Baustellenrundgang am Kompostwerk Anröchte

 

 

Kreis Soest/ Anröchte

Drei Monate nach der Grundsteinlegung am 24. Mai 2019 nimmt das neue Kompostwerk in Anröchte bereits Formen an. Die imposante Vergärungseinheit ist so gut wie fertig. Der so genannte Fermenter bestand auch schon den Dichtigkeitstest. Dazu wurden 1.500 Kubikmeter Wasser benötigt. „Wir haben hier kein hochwertiges Trinkwasser eingesetzt, sondern auf Oberflächenwasser aus dem benachbarten Steinbruch zurückgreifen können“, sagt Jürgen Schrewe: „Ich möchte mich an dieser Stelle beim Steinbruchbetreiber Killing und der Feuerwehr Anröchte für ihre großartige Unterstützung bedanken.“

 

Im Bereich des Kompostierungsgebäudes sind die Kompostierungstunnel bereits komplett betoniert und auch die Fertigbetonstützen für die Annahme- und Aufbereitungshalle stehen schon.

 

„Wir liegen beim Bau des neuen Kompostwerkes voll im Zeitplan,“ berichtet Frederik Kasperski. Der Bau-Ingenieur der ESG weiß auch, bei wem er sich zu bedanken hat: „Es ist beeindruckend, mit welcher Präzision alle Beteiligten hier am Werk sind“. Das ist auch gut so, denn die Entsorgungswirtschaft Soest GmbH (ESG) stemmt nicht jeden Tag ein Projekt dieser Größenordnung: Insgesamt beträgt das Investitionsvolumen für das neue Werk rund 20 Millionen Euro. Weil die ESG sehr gut im Zeitplan liegt, ist die Fertigstellung des zukunftsweisenden neuen Kompostwerkes jetzt für Ende März 2020 geplant.

 

Als nächste Baumaßnahme werden der Fermenter mit Trapezblechprofilen umhüllt und das Gebäude mit Annahme- und Aufbereitungshalle sowie Kompostierungstunneln fertiggestellt. Danach – in etwa zwei Monaten – wird mit der Montage der Maschinentechnik sowie der Lüftungsanlage und der Elektrik begonnen.

 

„Die neue Anlage ist nicht nur auf dem neuesten Stand der Technik, sondern leistet auch einen Beitrag zum Klimaschutz“, verspricht Schrewe. Zum einen durch das spezielle Bioabfallkonzept, mit dem regionale Bioabfälle auch regional verwertet werden. Auch die Vermarktung des Komposts erfolgt ausschließlich im Kreis Soest. Das reduziert unnötige Transportkosten.

 

„Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass der hochwertige Kompost, den wir in Anröchte produzieren, die Bodenstruktur und das Bodenleben in Gärten und auf landwirtschaftlichen Flächen verbessert und CO2 bindet.

 

Der dritte klimaschutzrelevante Punkt ist, dass im neuen Kompostwerk künftig pro Jahr 3,5 Millionen Kilowattstunden Strom durch Vergärung der Bioabfälle und rund 750.000 Kilowattstunden mittels Photovoltaik auf den Dachflächen produziert werden. Damit kann das neue Kompostwerk komplett energieautark arbeiten und überschüssiger Strom ins öffentliche Netz eingespeist werden.

 

Der ESG ist aber auch Transparenz sehr wichtig. „Deshalb laden wir alle Menschen, die sich hier vor Ort ein Bild machen möchten, herzlich ein, sich mit uns gemeinsam am 1. September 2019 ab 11:00 Uhr den Fortschritt der Baumaßnahmen anzusehen“ sagt Jürgen Schrewe. Um 11 Uhr beginnt die Führung, die der ESG-Geschäftsführer zusammen mit dem Betriebsleiter Martin Althoetmar durchführen wird, an der Aussichtsplattform direkt am Gelände. Der „Baustellen-Rundgang“ wird etwa 90 Minuten dauern.

 

Zahlen zum neuen Kompostwerk in Anröchte:

 

Der 32 Meter lange Fermenter besteht komplett aus Stahl und hat inklusive der Welle ein Gewicht von 200 Tonnen – bei kompletter Befüllung steigert sich das Gewicht auf fast 1.800 Tonnen. Dies entspricht dem Gewicht von ca. 150.000 Kisten Mineralwasser bzw. 1.200 Fahrzeugen vom Typ VW Golf.

 

Die Annahme- und Aufbereitungshalle wird von 23 rund 15 Meter hohen Stahlbetonpfeilern gestützt, die jeweils rund 27 Tonnen auf die Waage bringen.

 

Das neue Kompostwerk entsteht auf einer Gesamtfläche von 53.000 Quadratmetern – zum Vergleich: die alte Kompostierungsanlage steht auf einer Fläche von 35.000 Quadratmetern.

 

Insgesamt wurden rund 1,5 Kilometer Entwässerungsleitungen und etwa 1 Kilometer Leerrohre verlegt.

 

20.000 Tonnen Bördekompost werden pro Jahr ab 2020 im neuen Kompostwerk in Anröchte produziert. Um diese Menge zu erreichen, sind jährlich 30.000 Tonnen Bioabfall und bis zu 15.000 Tonnen Grün- und Strauchschnitt notwendig.

 

Über die ESG:

 

Die Entsorgungswirtschaft Soest GmbH (ESG) entsorgt seit 1993 den Abfall des Kreises Soest –gemeinsam mit kommunalen und privaten Gesellschaftern, mit 14 Städten und Gemeinden und engagierten Geschäftspartnern. Dabei achtet die ESG auf hohe Umweltstandards und auf ein ausgewogenes Preis-Leistungsverhältnis. Neben Kapazitäten in Müllverbrennungsanlagen für die Restabfälle betreibt die ESG eigene Boden- und Bauschuttdeponien zur Gewährleistung der Entsorgungssicherheit. Eine wichtige Säule der Abfall- und Kreislaufwirtschaft ist die separate Sammlung und Behandlung von Bioabfällen. 75% der Bioabfälle werden zukünftig zentral in Anröchte zu Bördekompost verarbeitet.

 

(28. August 2019)